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Cannabis Anwendung: Darreichungsformen, Einnahme und Wirkungsweise im Überblick
Die Cannabis-Anwendung wirft für viele Patient:innen Fragen auf: Welche Darreichungsformen gibt es überhaupt, wie unterscheiden sich Wirkungseintritt und Wirkdauer, und worüber entscheidest du selbst, worüber die Ärzt:in? Dieser Leitfaden ordnet die wichtigsten Punkte verständlich ein - inklusive der Frage, wann es sinnvoller ist, Cannabis zu inhalieren, und wann eine orale Cannabis-Einnahme die bessere Wahl ist. Teil unseres Leitfadens zu medizinischem Cannabis.
Co-Founder & Chief Pharmaceutical Officer · Apotheker
Cannabis Anwendung: Welche Darreichungsformen gibt es?
Medizinisches Cannabis ist in Deutschland in einer für ein Arzneimittel ungewöhnlichen Vielfalt verfügbar: getrocknete Blüten, ölige Extrakte, Kapseln, Mundsprays und die in der Pharmazie sonst kaum genutzte Inhalation nach Vaporisation. Welche Form für dich geeignet ist, entscheidet die behandelnde Ärzt:in anhand von Indikation, Vorerfahrung und Therapieziel.
- Blüten (Vaporisation): Wirkeintritt in 1–2 Minuten, gut titrierbar
- Extrakte und Öle: Oral, Wirkeintritt nach 0,5–4 h
- Fertigarzneimittel: Definierte Indikationen und Dosierungen
- Kapseln und Edibles: Langsamer, schwankender Wirkeintritt
Cannabisblüten
Cannabisblüten sind die getrockneten, blühenden Triebspitzen weiblicher Cannabispflanzen. Medizinisch werden sie meist nach Vaporisation inhaliert; eine Teezubereitung (pharmazeutisch korrekt: Dekokt) ist ebenfalls möglich. Apotheken geben Blüten unverändert, gemahlen oder bereits in Einzeldosen portioniert ab.
Cannabisextrakte und -öle
Cannabisextrakte sind standardisierte Zubereitungen, die auf einen definierten THC- und/oder CBD-Gehalt eingestellt werden. Wegen ihrer öligen Konsistenz, häufig auf Basis mittelkettiger Triglyceride, werden sie auch als Cannabisöle bezeichnet. Die Anwendung erfolgt in der Regel oral oder in der Mundhöhle. Neben THC und CBD enthalten sie ein breites Spektrum weiterer Pflanzeninhaltsstoffe.
Fertigarzneimittel
In Deutschland sind derzeit drei cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel zugelassen, darunter ein Mundspray für Spastik bei Multipler Sklerose und eine Kapselform mit synthetischem Cannabinoid. Sie haben definierte Indikationen; eine Verordnung außerhalb der Zulassung ist möglich, erfordert aber besondere Voraussetzungen für die Kostenübernahme.
Kapseln und Edibles
Kapseln enthalten meist synthetisches THC (Dronabinol), seltener gemahlene Blüten oder Cannabisöl. Sie sind die am besten untersuchte orale Darreichungsform für Cannabinoide. Esswaren, im Englischen "Edibles", wie Backwaren oder Gummibärchen sind eine weitere orale Variante. Sie wirken verzögert und stark schwankend, was die Dosierung erschwert und das Risiko einer Überdosierung erhöht, wenn zu früh nachgelegt wird. Quellen: BfArM Begleiterhebung 2022; Pacifici, Marchei et al. 2017; Cherniakov, Izgelov et al. 2017
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Cannabis inhalieren: Anwendung mit dem Vaporizer
Beim Inhalieren wirkt medizinisches Cannabis am schnellsten. Im pharmazeutischen Sinn ist mit Inhalation aber nicht das Rauchen eines Joints oder einer Wasserpfeife gemeint, sondern das kontrollierte Verdampfen von Cannabisblüten oder cannabinoidhaltigen Lösungen mit einem Vaporisator. Beim Verbrennen entstehen Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Ammoniak und Kohlenmonoxid, die der Lunge schaden. Genau das soll das Verdampfen vermeiden.
So funktioniert die Verdampfung
Ein Vaporisator erhitzt die Blüten so weit, dass die Wirkstoffe in einen feinen, lungengängigen Dampf übergehen, ohne dass das Pflanzenmaterial verbrennt. Dronabinol (THC) verdampft oberhalb von 157 °C; ab etwa 180 °C entsteht ein gut lungengängiges Aerosol mit einer durchschnittlichen Tröpfchengröße von rund 0,64 µm. Etabliert hat sich für die medizinische Anwendung ein Temperaturfenster von 180-210 °C. Darunter gehen zu wenige Cannabinoide in den Dampf über, darüber entstehen zunehmend gesundheitsschädliche Verbrennungsprodukte.
Bei Konvektionsverdampfern strömt erhitzte Luft durch die zerkleinerten Blüten in der Füllkammer. Dabei werden die Cannabinoidsäuren (THCA, CBDA) decarboxyliert, also in ihre wirksamen Formen THC und CBD umgewandelt. Für den medizinischen Gebrauch sind in Deutschland nur Geräte vorgesehen, die als Medizinprodukt zugelassen sind, derzeit das Tischgerät Volcano Medic 2 sowie die tragbaren Mighty Medic bzw. Mighty⁺ Medic. Freizeit-Vaporizer und E-Zigaretten mit cannabinoidhaltigen Liquids sind für die Therapie nicht geeignet.
Wirkungseintritt und Wirkdauer beim Inhalieren
Nach dem Inhalieren setzt die Wirkung innerhalb von ein bis zwei Minuten ein, das Maximum wird nach 15-30 Minuten erreicht. Die THC-Plasmaspiegel sind dabei deutlich höher als nach oraler Einnahme. Diese rasche Anflutung erleichtert die Dosisfindung: Ist nach 15-30 Minuten keine Wirkung spürbar, kann nach ärztlicher Anweisung ein weiterer Zug genommen werden. Gerade bei akuten Beschwerden oder Durchbruchschmerzen wird die Inhalation deshalb häufig bevorzugt. Konkrete Dosierung und Frequenz legt deine behandelnde Ärzt:in fest. Quellen: Abrams, Vizoso et al. 2007; Grotenhermen 2003; Pomahacova, van der Kooy et al. 2009
Warum Verdampfen statt Rauchen
Joints und Wasserpfeifen sind für die medizinische Anwendung nicht vertretbar. Beim Verbrennen entstehen Teer, Kohlenmonoxid und weitere Pyrolyseprodukte, die unabhängig vom Wirkstoff die Atemwege belasten. Vergleichsstudien zeigen, dass Vaporisation und Rauchen ähnliche THC-Plasmaverläufe erzeugen können, die Resorption nach dem Verdampfen jedoch in den ersten 30-60 Minuten sogar tendenziell schneller verläuft, ohne die Schadstoffe der Verbrennung. Validierte Medizin-Vaporisatoren erlauben zudem reproduzierbare, ärztlich kontrollierbare Dosierungen. Quellen: Abrams, Vizoso et al. 2007; Gieringer 2001; Hazekamp et al. 2006
Orale Cannabis Einnahme: Extrakte, Kapseln und Edibles
Bei der oralen Cannabis-Einnahme schluckst du den Wirkstoff als Öl, Tropfen, Kapsel oder Esswaren. Er passiert Magen, Darm und Leber, bevor er ins Blut gelangt. Das verändert Wirkungseintritt und Wirkdauer deutlich.
Cannabisöl und Vollspektrumextrakte
Cannabisextrakte werden in Deutschland seit 2020 über eine eigene Monographie im Deutschen Arzneibuch geregelt (Eingestellter Cannabisextrakt DAB). Sie enthalten THC und CBD in definiertem Verhältnis, meist gelöst in mittelkettigen Triglyceriden. Da neben THC und CBD auch Terpene, Flavonoide und weitere Cannabinoide enthalten sind, spricht man oft von "Vollspektrumextrakten". Fachlich präziser wäre "Breitspektrumextrakt", weil das Inhaltsstoffmuster vom Extraktionsverfahren abhängt. Öle und ölige Extrakte werden in lipophilen Trägern besser resorbiert als wässrige Zubereitungen. Quellen: Pellesi, Licata et al. 2018
Kapseln und magensaftresistente Formen
Kapseln sind die am besten untersuchte orale Darreichungsform für Cannabinoide. In Studien lag die maximale Plasmakonzentration meist 0,78 bis 4 Stunden nach Einnahme vor, nach einer fettreichen Mahlzeit erst nach rund 5,6 Stunden, und die Gesamtaufnahme war fast dreifach höher als nüchtern. Was und wann du isst, beeinflusst die Wirkung also spürbar. Zwischen verschiedenen Personen schwanken die Plasmaspiegel zudem erheblich. Quellen: Oh, Parikh et al. 2017; Huestis 2007
Edibles und medizinische Gummibärchen
Esswaren wie Kekse oder Gummibärchen sind im therapeutischen Einsatz international umstritten. Studien zu Brownies und Cookies zeigen Tmax-Werte von 0,9 bis 3 Stunden, dazu eine schwache Korrelation zwischen Dosis und Plasmaspiegel. Genau hier liegt das Risiko: Weil die Wirkung verzögert einsetzt, dosieren ungeduldige Patient:innen nach und überdosieren am Ende. Israel hat die Zulassung cannabishaltiger Kekse 2013 weitgehend widerrufen. Standardisierte medizinische Gummibärchen können eine rauchfreie Alternative mit definiertem Wirkstoffgehalt sein. Quellen: Grewal und Loh 2020; Poyatos, Pérez-Acevedo et al. 2020; Israeli Medical Cannabis Agency 2017
First-Pass-Effekt und Wirkdauer
Oral aufgenommenes THC durchläuft die Leber, bevor es im Blut ankommt. Dieser First-Pass-Metabolismus ist der Hauptgrund, warum nur 4 bis 20 Prozent der Dosis systemisch verfügbar werden. In der Leber entsteht dabei der aktive Metabolit 11-Hydroxy-THC, der selbst psychoaktiv wirkt. Die Wirkung tritt oral langsamer ein, hält dafür aber länger an als bei Inhalation. Quellen: Huestis 2007
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Sublinguale Anwendung: Cannabis-Tropfen unter die Zunge
Sublingual heißt: unter die Zunge. Die Tropfen werden dort eine kurze Zeit gehalten, bevor du schluckst. Der Unterschied zur klassischen oralen Einnahme klingt klein, ist pharmakologisch aber wichtig.
Wie sublinguale Aufnahme funktioniert
Die Mundschleimhaut ist gut durchblutet. Cannabinoide, die dort aufgenommen werden, gelangen direkt in den Blutkreislauf und umgehen so den ersten Leberdurchgang. Das verbessert die Bioverfügbarkeit deutlich: In einer Vergleichsstudie lag sie sublingual bei rund 16 %, oral nur bei etwa 1,3 %. Bei einem reinen THC-Präparat war der Unterschied geringer; sublingual zeigten sich leicht niedrigere Plasmaspitzen und eine etwas verzögerte Ausscheidung. Quellen: Mannila et al. 2006; Klumpers, Beumer et al. 2012
Cannabisöl dosieren mit der Pipette
Cannabisöle werden nach Volumen dosiert. Empfohlen werden Kolbenpipetten oder Dosierpumpen, weil sie reproduzierbare Tropfen liefern. Senkrechttropfer gelten als zu ungenau und werden im Neuen Rezeptur-Formularium nicht mehr empfohlen. Welche Dosierhilfe für dich passt, besprichst du mit der behandelnden Ärzt:in und der Apotheke.
Wirkungseintritt im Vergleich
Bei oromucosaler Gabe (zum Beispiel Mundspray mit THC und CBD) sind beide Cannabinoide innerhalb von 15 Minuten im Plasma nachweisbar, die maximale Konzentration wird nach 45-120 Minuten erreicht. Damit liegt die sublinguale Anwendung zeitlich zwischen Inhalation (Minuten) und reiner Schlucklösung (1-4 Stunden). Quellen: Karschner et al. 2011; Guy und Robson 2004
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Unterschiede in der Wirkungsweise: Wirkungseintritt, Wirkdauer und Bioverfügbarkeit
Drei Faktoren entscheiden, wie schnell und wie lange ein cannabisbasiertes Arzneimittel wirkt: der Aufnahmeweg, der First-Pass-Effekt in der Leber und die Verteilung im Körper. Die Studienlage zeigt klare Unterschiede zwischen den Anwendungsformen.
Inhalation: schnell und kurz
Nach Inhalation per Vaporizer setzt die Wirkung innerhalb von etwa 1-2 Minuten ein, das Maximum wird nach 15-30 Minuten erreicht. Der Plasmaspitzenspiegel (Cmax) liegt 10- bis 20-fach höher als nach oraler Einnahme. Das erklärt den schnellen Wirkeintritt und das höhere Risiko akuter Nebenwirkungen. Quellen: Grotenhermen 2003; Huestis 2007; Abrams, Vizoso et al. 2007
Oral: langsam und lang
Bei oraler Gabe (Kapseln, Öle) wird das THC zwar fast vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen, aber die Leber baut einen großen Teil sofort ab. Nur 4-20 % der Dosis erreichen den Kreislauf. Die maximale Plasmakonzentration stellt sich erst nach 0,5 bis 4 Stunden ein, mit fettreicher Mahlzeit deutlich später und mit fast dreifacher Gesamtexposition. Dafür hält die Wirkung länger an, was bei Dauerbeschwerden günstig sein kann. Quellen: Huestis 2007; Oh, Parikh et al. 2017
Sublingual: dazwischen
Bei der oromucosalen Anwendung (Sprays, Tropfen unter die Zunge) sind THC und CBD bereits nach 15 Minuten im Plasma nachweisbar, das Maximum wird nach 45-120 Minuten erreicht. In einer Vergleichsstudie ließen sich zwischen oraler Kapsel und oromucosalem Spray jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede bei Cmax, Tmax und AUC nachweisen. Der praktische Unterschied zur reinen Magen-Darm-Aufnahme ist also kleiner als oft vermutet. Quellen: Karschner, Darwin et al. 2011; Guy und Robson 2004
Endocannabinoid-System als gemeinsamer Wirkort
Egal über welchen Weg THC und CBD aufgenommen werden, sie wirken am selben Ort: dem körpereigenen Endocannabinoid-System. THC bindet als Partialagonist vor allem an den CB1-Rezeptor (überwiegend im Nervensystem) und schwächer an CB2 (überwiegend im Immunsystem). Die Anwendungsform verändert nicht den Wirkmechanismus, sondern nur, wie schnell und wie hoch der Wirkstoff dort ankommt. Quellen: Pertwee 2008; Kano, Ohno-Shosaku et al. 2009
Was entscheidet die Ärzt:in, was kannst du selbst wählen?
Medizinisches Cannabis ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel. Die medizinische Verantwortung liegt klar bei der Ärzt:in. Du als Patient:in hast trotzdem mehr Mitsprache, als viele denken, vor allem bei Sorte, Form und Alltagshandhabung.
Ärztliche Auswahl: Indikation, Wirkstoff, Stärke
Form und Dosis der Therapie werden ausschließlich von der behandelnden Ärzt:in patientenindividuell bestimmt. Sie entscheidet, ob überhaupt eine Indikation vorliegt, welcher Wirkstoff sinnvoll ist (zum Beispiel Cannabisblüten, Cannabisextrakt oder Dronabinol) und welches THC:CBD-Verhältnis zum Krankheitsbild passt. Eher CBD-betont bei neuropathischer Langzeitbehandlung, eher THC-betont zur akuten Symptomlinderung. Die Auswahl eines konkreten Kultivars ist auf dem Rezept zwingend, weil sich THC- und CBD-Gehalte verschiedener Sorten erheblich unterscheiden.
Patient:innen-Spielraum: Form, Sorte, Alltag
Innerhalb des verordneten Rahmens hast du Spielraum. Manche Patient:innen bevorzugen unzerkleinerte Blüten, andere bereits gemahlene oder portionierte Einzeldosen. Auch der Wunsch nach einer bestimmten Sorte oder einer anderen Darreichungsform darf in das Gespräch mit der Ärzt:in einfließen, gerade bei Vorerfahrung. In der Begleiterhebung des BfArM wurde die Sorte bei Cannabisblüten in rund 38 % der Fälle im Therapieverlauf gewechselt, bei Extrakten in rund 23 %. Anpassungen sind also normal, sie laufen aber immer über die Ärzt:in. Quellen: BfArM Abschlussbericht Begleiterhebung 2022
Häufige Fragen zur Cannabis Anwendung
Wie erhalte ich medizinisches Cannabis über Sanvivo? +
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Darf ich medizinisches Cannabis rauchen statt verdampfen? +
Aus medizinisch-pharmazeutischer Sicht wird vom Rauchen abgeraten. Die Verbrennung erzeugt Schadstoffe, die die Bronchialschleimhäute belasten können. Cannabis zu inhalieren ist aus therapeutischer Sicht nur per Vaporisator sinnvoll; das Backen von Keksen oder die Anwendung als Joint sind keine medizinisch befürworteten Formen und können von der Apotheke abgelehnt werden.
Kann ich die Darreichungsform während der Therapie wechseln? +
Ein Wechsel ist möglich und in der Praxis nicht selten. Laut BfArM-Begleiterhebung wurde bei rund 6,1 % der Cannabisblüten-Fälle die Anwendungsart umgestellt. Wichtig: Bei einem Wechsel zwischen oraler und inhalativer Anwendung muss die Dosis wegen der unterschiedlichen Pharmakokinetik angepasst werden - allgemeingültige Umrechnungen gibt es nicht. Die Anpassung erfolgt immer durch deine behandelnde Ärzt:in.
Sind Blüten oder Extrakte für Einsteiger:innen besser? +
Für cannabisnaive Patient:innen werden häufig orale Zubereitungen wie Öle oder Kapseln bevorzugt, da sie längere Wirkdauer und akzeptable Steuerbarkeit bieten. Es gilt das Prinzip "start low, go slow, keep low". Bei der Erstanwendung empfiehlt die Literatur einen ruhigen Rahmen zu Hause in Begleitung einer zuverlässigen erwachsenen Person.
Kann ich mehrere Darreichungsformen kombinieren? +
Einzelne Patient:innen erreichen das beste Ergebnis durch eine Kombination aus oraler und inhalativer Cannabis-Einnahme - etwa eine Basistherapie plus schnellem Wirkeintritt bei Bedarf. Empfohlen wird allerdings, zunächst mit nur einer Darreichungsform zu starten und erst nach stabiler Einstellung zu kombinieren - immer in Absprache mit der behandelnden Ärzt:in.
Was muss ich auf Reisen beachten? +
Innerhalb des Schengen-Raums ist eine vom Arzt ausgestellte und behördlich beglaubigte Bescheinigung nach Artikel 75 SDÜ erforderlich (max. 30 Tage). Außerhalb des Schengen-Raums empfiehlt sich der mehrsprachige INCB-Vordruck; zusätzlich müssen die nationalen Bestimmungen des Ziel- und Transitlandes geprüft werden. Manche Länder verbieten die Mitnahme ganz.
Wie schnell wirkt Cannabis je nach Anwendungsform? +
Inhaliert über einen Vaporizer setzt die Wirkung nach 1-2 Minuten ein und hält rund 2-4 Stunden an. Sublingual über Tropfen oder Spray dauert es 15-45 Minuten bis zur spürbaren Wirkung, oral als Kapsel oder Öl 30 Minuten bis 4 Stunden - dafür hält die Wirkung 6-8 Stunden oder länger.
Quellen
Weiterführend
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